Zweites Haus, zweiter Post.
Mit all dem Erleben, Erkunden, Erlernen und was hier an Alliteration noch passt oder nicht, verlor ich mein Vorhaben aus den Klinikzeiten, Gedanken und Worte zu Papier bringen. Und nun noch auch digital hier als “note”.
Im freitaglichen Abendlicht, dass sich mehr wie 15-Uhr-Nachmittagssonne anfühlt, sitze ich auf unserem neuen Balkon im Reihenhaus einer norwegischen Grossstadtreihenhaussiedlung (hach, diese deutschen Wörter) und frage mich, was ich erzählen kann, will, sollte.
Grundsätzlich gedachte ich hier englisch zu schreiben, doch mein Gefühl flüstert mir zu, dass ich dies hier wesentlich für ein paar daheim gelassene Freunde schreibe.
Was kann ich euch mitteilen, ohne euch unendlich lange Texte zu unterbreiten und euch all meine Gedanken zumuten zu müssen?
Ich liebs, nur aus dem Fenster schauen zu müssen und den Fjord zu sehen…
(nicht der Blick aus unserem Fenster;)
Ich liebs, dass wir nur eine halbe Stunde loslaufen und schon in ruhiger Wanderidylle sind.
Ohne direkt übers Wetter zu reden, aber:
Ich liebs, wie sich hier kein Tag gleicht. Wie der Himmel um 23 Uhr im Sonnenrot „brennt“ oder die Wolken einen Tag lang bis ins Wasser hängen.
So viel Futter für die Linse meiner Kamera, die ich nun fast wieder ständig mit mir trage. Undenkbar vor einem Jahr.
Ich liebs, die Häuser hier zu betrachten, die Farben, die Schatten von Bäumen auf ihnen.
Und ich lieb die Norweger:innen und wie wir mehr und mehr ihre Sprache mit ihnen sprechen können. Ob im Sprachcafé mit den süßesten Rentner:innen oder im Bewerbungsgespräch.
Und zu guter Letzt, um den Rahmen zu schließen…
Ich liebs hier in unserem neuen Reihenhauskiez.